Komprimiertes Gas vs. nicht brennbares komprimiertes Gas NF – Welche Option sollte für die Reinigung von Elektronik gewählt werden?
In der Welt des IT-Service und moderner Büroumgebungen ist komprimiertes Gas zu einem unverzichtbaren Wartungswerkzeug geworden. Mit der Zeit stellte sich jedoch die Frage: klassisches komprimiertes Gas oder nicht brennbares komprimiertes Gas NF? Beide Lösungen gehören zur Kategorie der komprimierten Gase, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Anwendungsbereiche.
Komprimierte Luft und komprimiertes Gas – Woher kommt der Unterschied in der Bezeichnung, obwohl beide wie dasselbe Produkt klingen?
Am einfachsten erklärt: „echte komprimierte Luft“ wird durch das Verdichten gewöhnlicher atmosphärischer Luft mithilfe eines Kompressors erzeugt und anschließend unter Druck in einem luftdicht verschlossenen Behälter gespeichert.
Die häufigsten Anwendungen von komprimierter Luft sind:
- in Werkstätten (Aufpumpen von Auto- und Fahrradreifen),
- in der Industrie (Betrieb von Produktionslinien und Automatisierungstechnik),
- im Automobilbereich (Fahrzeuglackierereien),
- im Bauwesen (Werkzeuge für die Montage von Konstruktionen),
- in der Medizin und Zahnmedizin (Dentalbohrer, Atemsysteme und medizinische Geräte).
Obwohl die Bezeichnungen „komprimierte Luft“ und „komprimiertes Gas“ häufig synonym verwendet werden, können sie in der Praxis Produkte mit völlig unterschiedlicher Zusammensetzung, unterschiedlichen Eigenschaften und Anwendungsbereichen bezeichnen.
Komprimierte Luft besteht hauptsächlich aus Stickstoff, Sauerstoff und geringen Mengen anderer Gase, die unter hohem Druck in einer Dose eingeschlossen sind. Theoretisch sollte sie daher der gewöhnlichen atmosphärischen Luft entsprechen.
Leider sind viele Produkte, die als „komprimierte Luft“ bezeichnet werden, in Wirklichkeit komprimierte technische Gase oder Kohlenwasserstoffgemische. Diese können brennbar sein und bei unsachgemäßer Verwendung ein Sicherheitsrisiko darstellen. Daher sollte vor dem Kauf die Zusammensetzung des Produkts überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie mit der Produktbezeichnung und dem vorgesehenen Verwendungszweck übereinstimmt.
In vielen Reinigungsaerosolen sind enthalten:
- technische Gase,
- Gemische aus Propan, Butan oder anderen Kohlenwasserstoffen,
- Treibgase zur Gewährleistung des erforderlichen Drucks.

Komprimiertes nicht brennbares gas NF
Nicht brennbares komprimiertes Gas NF bietet ein hohes Maß an Sicherheit, da es sich um eine innovative Lösung handelt, die effektiv reinigt und vor allem sicher in der Anwendung ist. Dank seiner nicht brennbaren Formel kann es auch in Bereichen eingesetzt werden, in denen herkömmliches komprimiertes Gas ein Brandrisiko darstellen könnte. Die Selbstentzündungstemperatur des Gases beträgt bis zu 750 °C, wodurch das Produkt unter normalen Einsatzbedingungen besonders sicher ist. Bei der Verwendung an elektrischen Geräten unter Spannung wird empfohlen, dass die Umgebungstemperatur unter 28 °C liegt, um potenzielle Risiken auf ein Minimum zu reduzieren.
Der größte Vorteil dieses Aerosols ist das 360°-Ventil, das die Verwendung des Gases in jeder Position ermöglicht – vertikal, horizontal und sogar über Kopf, ohne das Risiko von Kondensatbildung. Dies ist besonders wichtig in Bereichen, in denen die Verdunstung von Kondensat erschwert ist und Korrosion oder sogar Schäden an Geräten verursachen kann.
Diese äußerst praktische Lösung erleichtert den Zugang zu schwer erreichbaren Stellen. Vergessen Sie umständliche Reinigungsarbeiten – nicht brennbares komprimiertes Gas erreicht genau die Bereiche, in denen es benötigt wird.
Herkömmliches komprimiertes Gas hinterlässt häufig Streifen, insbesondere auf Glasoberflächen oder empfindlichen elektronischen Bauteilen. Nicht brennbares komprimiertes Gas verfügt über eine speziell entwickelte Formel, die keinerlei Rückstände hinterlässt. Dies ist besonders wichtig bei der Reinigung von Bildschirmen, Monitoren, Objektiven, Kamerasensoren sowie anderen empfindlichen Oberflächen.
Komprimiertes Gas
Unsichtbar, farblos und geruchlos – dieses Gas ist vor allem ein unsichtbarer Hüter der Sauberkeit. Als verflüssigtes Gas mit einer Dichte von 0,57 g/cm³ reinigt es nicht nur effektiv wartungsbedürftige Bereiche, sondern ist auch umweltfreundlich, da es sich nicht in Wasser löst.
Wichtige physikalisch-chemische Eigenschaften des Stoffes:
- Schmelztemperatur: −187,6 °C (Propan), −138,3 °C (Butan),
- Siedetemperatur: −42,1 °C (Propan), −1 °C (Butan),
- Flammpunkt: −95 °C (Propan), −60 °C (Butan),
- Selbstentzündungstemperatur: 470 °C (Propan), 365 °C (Butan).
Komprimiertes nicht brennbares gas NF
- wird unter hohem Druck gelagert (in Flaschen oder Behältern),
- entzündet sich nicht bei Temperaturen bis 750 °C,
- gehört häufig zu den sogenannten Inertgasen, die nicht mit anderen Stoffen chemisch reagieren,
- zeichnet sich durch eine hohe Kompressibilität aus und kann daher unter hohem Druck gelagert werden,
- farblos und geruchlos,
- kann in einer Gasflasche ein sehr geringes Volumen einnehmen,
- dehnt sich nach der Freisetzung schlagartig aus.
Anwendungsbereiche:
- Elektronik und Computer (verursacht keine Kurzschlüsse),
- Präzisionsmechanik (Reinigung kleiner Bauteile von Staub und Spänen),
- Elektromechanik (Ausblasen von Schaltschränken und Automatisierungssystemen),
- Fotografische Ausrüstung (hinterlässt keine Streifen auf der Linse),
- Unterhaltungs- und Haushaltsgeräte (Entfernung von Staub aus Elektronik, Tastaturen und Lüftern).
Unter dem Gesichtspunkt der Anwendungssicherheit ist dieses Produkt herkömmlichen komprimierten Gasen deutlich überlegen. Unter normalen Einsatzbedingungen ist das Entzündungsrisiko minimal, weshalb sich das Präparat hervorragend für den Einsatz in Elektronikwerkstätten, Laboren und Industriebetrieben eignet.
Komprimiertes Gas zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- hohem Druck (häufig zwischen 100 und 300 bar oder sogar darüber),
- der Fähigkeit, Energie in Form von potenzieller Energie zu speichern,
- hoher Kompressibilität, wodurch das Gas in einem geringen Volumen gespeichert werden kann,
- Unsichtbarkeit, was die Erkennung von Leckagen erschwert,
- Risiken im Zusammenhang mit hohem Druck, z. B. dem „Raketen-Effekt“ einer Gasflasche bei Beschädigung des Ventils,
- dem möglichen Vorhandensein toxischer oder brennbarer Eigenschaften.
Anwendungsbereiche:
- Elektronik und Computer (nur an vom Stromnetz getrennten Geräten verwenden),
- Präzisionsmechanik (Ausblasen von Mechanismen und Lagern),
- Elektromechanik (Kühlung von Komponenten während Servicearbeiten),
- Fotografisches Zubehör (hinterlässt Streifen auf der Linse),
- Unterhaltungs- und Haushaltsgeräte (Entfernung von Staub aus Fernsehgeräten und Audiogeräten).
Es ist zu beachten, dass komprimiertes Gas ein brennbares Produkt ist und bei der Anwendung entsprechende Vorsicht geboten ist.

Nicht brennbares Gas und klassisches komprimiertes Gas:
Wichtig ist, dass zeichnet sich die nicht brennbare Variante durch eine deutlich höhere Selbstentzündungstemperatur aus, was die Sicherheit bei der Anwendung unter anspruchsvollen professionellen Bedingungen erhöht. Es ist jedoch zu beachten, dass dies nicht der einzige Unterschied ist – auch die richtigen Anwendungs- und Lagerbedingungen sowie der vorgesehene Verwendungszweck beider Produkte spielen eine wichtige Rolle. Weitere Einzelheiten finden Sie in der nachstehenden Tabelle.
| Merkmal | Komprimiertes Gas | Komprimiertes nicht brennbares gas NF |
| Zusammensetzung | Gemisch aus Gasen wie Propan und Butan | Basiert auf nicht brennbaren Gasen, die für elektronische Bauteile sicherer sind |
| Sicherheit | Höheres Entzündungsrisiko während der Anwendung | Minimales Entzündungsrisiko |
| Arbeiten an spannungsführenden Geräten | Darf nicht an Geräten verwendet werden, die an die Stromversorgung angeschlossen sind, da dies einen Kurzschluss verursachen kann | Sicherer für professionelle Anwendungen |
| Streifenbildung | Kann Streifen und Feuchtigkeit hinterlassen | Hinterlässt in der Regel keine Streifen oder Rückstände |
| Tröpfchen von verflüssigtem Gas | Können bei unsachgemäßer Anwendung auftreten | Keine |
| Risiko eines Kurzschlusses in elektronischen Geräten | Feuchtigkeit stellt das größere Risiko dar, da sie Kurzschlüsse und Schäden verursachen kann. Selbst nach dem sichtbaren „Trocknen“ kann sich weiterhin Feuchtigkeit im Inneren des Geräts befinden | Kein Kurzschlussrisiko, sofern die Umgebungstemperatur 28 °C nicht überschreitet |
| Verwendung über Kopf | Kann wie ein Gefrierspray wirken und die Oberfläche schlagartig abkühlen; dabei kondensiert das Gas und die Dose kann „vereisen“ | Sicher |
| Schütteln während des Betriebs | Nicht empfohlen – kann zum Austritt von verflüssigtem Gas führen | Geringeres Risiko vergleichbarer Effekte |
| Auswirkungen auf elektronische Bauteile | Kann bei unsachgemäßer Anwendung Korrosion und Beschädigungen verursachen | Schonender für empfindliche Bauteile |
| Anwendungsbereiche | Grundlegende Reinigung von Tastaturen, Lüftern und Gehäusen (das Gerät vom Stromnetz trennen und warten, bis das verflüssigte Gas vollständig verdampft ist) | Professionelle IT-Services, Labore und Elektronikbereiche |
| Arbeitskomfort | Geringere Kontrolle über den Gasstrahl bei längerer Anwendung | Stabilerer und besser vorhersehbarer Betrieb |
Inertgas und komprimiertes CO₂ – alternative Lösungen
Die größte Stärke dieser Produkte ist die hohe Effizienz des komprimierten Gases, die eine schnelle und wirksame Reinigung großer Oberflächen sowie von Kühlsystemen ermöglicht. Inertgase und komprimiertes CO₂ werden nicht nur für technische Reinigungsanwendungen eingesetzt, sondern finden auch in zahlreichen Industriezweigen Verwendung.
Komprimiertes CO₂ wird unter anderem eingesetzt in:
- Kälte- und Klimatechnik (als umweltfreundliches Kältemittel in modernen Kälte- und Klimaanlagen),
- Lebensmittelindustrie (hemmt das Wachstum von Bakterien und Schimmel und verlängert dadurch die Frische von Produkten; wird außerdem in Form von Trockeneis zur Kühlung und zum Gefrieren von Lebensmitteln eingesetzt),
- Getränkeherstellung (die Karbonisierung verleiht Mineralwasser, alkoholfreien Getränken und vielen anderen Produkten ihre charakteristische Kohlensäure),
- Technologische Prozesse (wird unter anderem beim MIG/MAG-Schweißen als Schutzgas eingesetzt; außerdem dient es zur Regulierung des pH-Werts von Wasser),
- Technische Reinigung (die CO₂-Reinigung ist sicher und entfernt wirksam Verschmutzungen, Fette und Produktionsrückstände; sie verursacht keine Korrosion und hinterlässt keine Sekundärabfälle).

Arten gefährlicher Gase
- entzündbare Gase – z. B. Propan, Wasserstoff,
- toxische Gase – z. B. Chlor,
- erstickende Gase – z. B. Stickstoff (verdrängt Sauerstoff aus der Umgebung),
- verflüssigte Gase – z. B. CO₂, LPG (können aufgrund des hohen Drucks und der niedrigen Temperaturen eine Gefahr darstellen),
- gelöste Gase – z. B. Acetylen, das in Aceton gelöst ist.
Beispiele für weitere nicht brennbare Gase:
- Stickstoff – ein farbloses, geruchloses, nicht brennbares und äußerst reaktionsträges Gas, das etwa 78 % der Erdatmosphäre ausmacht,
- Argon – ein Edelgas, das chemisch vollkommen inert und nicht brennbar ist,
- Kohlendioxid – ein nicht brennbares Gas, das in gasförmigem oder flüssigem Zustand vorliegen kann; es verdrängt Sauerstoff,
- Helium – ein Edelgas, das nicht brennbar und sehr leicht ist.
Zusammenfassung
Wenn Sie nach einer kostengünstigen Lösung für die standardmäßige Reinigung von Elektronik suchen, ist klassisches komprimiertes Gas eine sehr gute Wahl. Steht jedoch die Anwendungssicherheit im Vordergrund – insbesondere bei Arbeiten an spannungsführenden Geräten oder unter anspruchsvollen Bedingungen, bei denen Kondensatrückstände und Streifenbildung besonders unerwünscht sind –, stellt nicht brennbares komprimiertes Gas NF eindeutig die bessere Lösung dar. Beide Produkte entfernen Staub und Verunreinigungen effektiv, die nicht brennbare Variante bietet jedoch ein zusätzliches Maß an Schutz sowie einen höheren Arbeitskomfort.
